Wirtschaftskoordination

Innovation Grants

Die nächste Ausschreibungsrunde der Innovation Grants endet am 30.09.2017.

Die Innovation Grant Ausschreibung ist ein personenbezogenes Förderprogramm der Exzellenzinitiative der Universität Tübingen. Es wird an junge Nachwuchsforscherinnen und - forscher in den Natur- und Lebenswissenschaften sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften vergeben. Diese erhalten die Möglichkeit, ihre in der Doktorarbeit gewonnenen Erkenntnisse in verwertbare Verfahren, Dienstleistungen oder Produkte umzusetzen.

Förderbare Projekte müssen in Aussicht stellen, dass die Ergebnisse wirtschaftlich verwertbar sind oder durch diese Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen etabliert werden können.

Die Kriterien für die Vergabe sind wissenschaftliche Qualität in Hinsicht auf Relevanz, Originalität und Aktualität der zugrundeliegenden Arbeit. Des Weiteren zählt der wissenschaftliche Background der Kandidaten, der Innovationsgehalt des Antrags und dessen wirtschaftliche Attraktivität und Durchführbarkeit.

Eine Bewerbung ist 2x im Jahr möglich (Deadline 31.03. und 30.09.).

Erfahren Sie mehr: Innovation Grants (Lebens- und Naturwissenschaften) oder (Geistes- und Sozialwissenschaften)

 

Eine Übersicht über die zur Zeit geförderten Innovation Grant Projekte finden Sie hier:

Thomas Christian Kübler: Methoden zum automatisierten Vergleich visueller Suchpfade in Realszenarien

Rosi Bissinger: Hemmung des suizidalen Erythrozytentodes - eine neue Strategie zur Behandlung von Anämie

Abhishek Thavamani: Substanzentwicklung zur Behandlung von Leberkrebs - Eingriff in den mitochondrialen Metabolismus

Julia Schmitt: Klinische Anwendung von Radioimmunkonjugaten für eine PET basierte Therapieplanung und Radioimmuntherapie von GD2-exprimierenden Tumoren

Boris Benkner: System zur Vermessung der Sehleistung bei Mäusen

Florian Karlewski: Linienbreiten-Analysator: Linienbreitenanalyse von Lasern mit optischen Resonatoren

Julia Maier: Krankheitsnahe zelluläre Testsysteme zur Identifizierung von Modulatoren der Tumormetastasierung -  EMTSCREEN

Fabian Vogt: Validierung eines  optimierten bispezifischen PSMA x CD3 Antikörpers zur Krebsbehandlung

 

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Thomas Christian Kübler: Methoden zum automatisierten Vergleich visueller Suchpfade in Realszenarien

Das wirtschaftliche Interesse an der Technologie zur Aufzeichnung von Blickbewegungen, dem sogenannten Eye-Tracking, ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Die Arbeitsgruppe Perception Engeneering um Juniorprofessorin Enkelejda Kasneci am Lehrstuhl für Technische Informatik hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, die ursprünglich für Laborbedingungen entwickelte Technologie auch für Alltagsanwendungen robust zu machen. Herr Kübler hat fortgeschrittene Methoden zur automatischen Analyse und zum Vergleich von Augenbewegungsmustern in Realszenarien erforscht und implementiert. Dabei werden sequenzbasierte Merkmale verwendet, die die wichtigste Eigenschaft des Blickverhaltens sowie die zeitliche Frequenz abbilden können. Die Methode ist dadurch deutlich sensitiver und gleichzeitig resistenter gegenüber Messungenauigkeiten. In einer Kooperation mit der Daimler AG wurde die Methode zur Erkennung der Nebentätigkeit, die der Fahrer ausübt, eingesetzt und es konnte nachgewiesen werden, dass die Erkennung einer bestimmten Nebentätigkeit bei autonomer Autofahrt schon anhand einer nur fünf Sekunden langen Augenbewegungssequenz mit hoher Genauigkeit möglich ist. Prinzipiell sind diese Methoden dazu geeignet eine Vielzahl weiterer interessanter Parameter, wie z.B. das Blickverhalten beim Betrachten von Kunstwerken, aber auch von Chirurgen während mikroinvasiver Operationen, aus den Eye-Tracking Daten abzuleiten. Weitere mögliche Anwendungen sind die Einschätzung der Fahrtüchtigkeit eines Fahrzeugführers, die Auswirkung von Marketingtechniken und Design von Werbemitteln und vieles mehr. Im Rahmen der Innovation Grant-Förderung sollen diese Methoden angepasst und zur Marktreife weiter entwickelt werden, um die automatisierte Analyse von Blickpfaden als Dienstleistung anbieten zu können. 

 

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Rosi Bissinger: Hemmung des suizidalen Erythrozytentodes - eine neue Strategie zur Behandlung von Anämie

Anämie kann durch verschiedenste Ursachen bedingt werden. Die Folgen sind eine erhebliche Einschränkung der Sauerstoffversorgung der Gewebe und damit die schwerwiegende Minderung von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Als ein Ergebnis der Forschung am Physiologischen Institut der Universität Tübingen konnte in Vorarbeiten gezeigt werden, dass die Anämie bei Niereninsuffizienz etwa zur Hälfte die Folge eines gesteigerten suizidalen Erythrozytentodes ist, der sogenannten Eryptose. Aufgrund der gesteigerten Eryptose ist bei der Niereninsuffizienz trotz einer Zufuhr von Erythropoetin keine Normalisierung der Erythrozytenzahl in Blut erreichbar. Frau Bissinger konnte während ihrer Doktorarbeit Nahrungsergänzungsmittel identifizieren, welche die Niereninsuffizienz-bedingte Eryptose mindern bzw. verhindern können. Somit besteht die Möglichkeit, dass die Verabreichung dieser Substanzen auch Anämien reduzieren oder sogar verhindern, die durch hohes Alter, Sepsis, Herzinsuffizienz oder Sichelzellenanämie bedingt sind. Die von Frau Bissinger identifizierten Substanzen sollen im Rahmen der Innovation Grant-Förderung auf Wirksamkeit getestet und für eine klinische Studie vorbereitet werden.

 

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Abhishek Thavamani: Substanzentwicklung zur Behandlung von Leberkrebs - Eingriff in den mitochondrialen Metabolismus

Tumorerkrankungen der Leber gehören zu den häufigsten humanen Krebserkrankungen mit letalem Verlauf. Gleichzeitig sind die derzeitig verfügbaren medikamentösen Therapieoptionen sehr limitiert und erlauben nur eine eingeschränkte Verlängerung der Überlebenschancen. Entsprechend hoch ist das Interesse an neuen Targets und Wirksubstanzen. Eine ganz neuartige Entwicklung der Arzneimittelforschung ist es, den Metabolismus von Tumorzellen als Zielsystem für die pharmakologische Intervention anzugreifen. Herr Thavamani hat die Aktivierung des mitochondrialen C1-Metabolimus als Charakteristikum von Tumorzellen der Leber identifiziert. Dies eröffnet die Nutzung ausgewählter Enzyme des mitochondrialen C1-Metabolismus als neuartige onkologische Zielstruktur für einen neuen Therapieansatz. Herrn Thavamani ist es im Rahmen seiner Doktorarbeit gelungen, Zelllinien aus Lebertumoren zu entwickeln, deren Progression über eine Rekombinase, ähnlich einem An/Aus-Schalter, gezielt gesteuert werden kann. Diese können nun als Modell zum Testen von Substanzen eingesetzt werden. Im Laufe der Innovation Grant-Förderung sollen mit Hilfe von computergestützter Modellierung niedermolekulare Substanzen identifiziert werden, welche in die Enzymfunktionen dieses Stoffwechselweges sowie in das Zellwachstum der Leberzellkarzinome eingreifen können. Die so gefundenen Substanzen sollen optimiert, getestet und für klinische Studien vorbereitet werden.

 

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Julia Schmitt: Klinische Anwendung von Radioimmunkonjugaten für eine PET basierte Therapieplanung und Radioimmuntherapie von GD2-exprimierenden Tumoren

Voraussetzung für eine erfolgreiche Antikörper-basierte Therapie ist die spezifische Lokalisation der Antikörper im Tumor. Für eine bessere Therapieplanung wird hierfür ein Radioisotop an den Antikörper gekoppelt. Nach Injektion dieses so entstandenen Radioimmunkonjugates können dann Bereiche der Antikörper-Anreicherung mittels der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sichtbar gemacht werden und deren Übereinstimmung mit tumorösen Arealen vor Beginn einer Therapie bemessen werden. Durch Kopplung eines zytotoxischen Isotops an den Antikörper kann zusätzlich ein therapeutischer Effekt erzielt werden. Frau Schmitt hat während ihrer Doktorarbeit in der Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie ihr Hauptaugenmerk auf eine Immuntherapie gelegt, welche das Neuroblastom behandeln soll. Hier werden spezifische Oberflächenproteine exprimiert (GD2),  an welche Radioisotope gekoppelt werden konnten. Die so entstandenen Radioimmunkonjugate wurden sowohl in vitro als auch in vivo untersucht. Während der Förderphase soll nun die Herstellungserlaubnis für die neuartigen Radioimmunkonjugate eingeholt, sowie eine präklinische Re-Evaluation und eine toxikologische Prüfung durchgeführt werden. Ziel ist die Planung einer ersten klinischen Studie und die ausgedehnte Überprüfung der Radiopharmaka durch ein Unternehmen. 

 

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Boris Benkner: System zur Vermessung der Sehleistung bei Mäusen

Die Forschung zum Thema Erblindung wird oft an Mäusen durchgeführt, die ähnliche Krankheitsbilder wie beim Menschen aufweisen. Das bringt die Problematik mit sich, objektiv zu beurteilen, wie gut die Tiere sehen können. Herr Benkner hat für diesen Zweck im Rahmen seiner Doktorarbeit ein Testsystem weiterentwickelt („OptoDrum“). Grundlage hierfür ist ein Augen-Folgereflex, der durch eine bewegte Umgebung ausgelöst werden kann. Da dieser Reflex bei nahezu allen Wirbeltieren vorhanden ist, kann das Testsystem entsprechend auch auf viele in der Forschung genutzte Tiermodelle angewendet werden. Das Testsystem besteht aus vier Monitoren, die dem Tier eine virtuelle Umgebung präsentieren, um den Reflex auszulösen. Das Verhalten des Tieres wird von oben über ein Videosystem beobachtet und mit Hilfe einer selbstentwickelten Tiererkennungs- und Analysesoftware automatisch bewertet, was eine objektive Verhaltensanalyse ermöglicht. Zudem wird in Abhängigkeit des Tierverhaltens der Stimulus angepasst, so dass das Sehvermögen präzise bestimmt werden kann. Im Laufe der Innovation Grant-Förderung wird Herr Benkner zusammen mit seinem Team noch weitere Verbesserungen in das Setup integrieren. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der kundenorientierten Neustrukturierung des Softwaredesigns. Aber auch andere Kundenwünsche wie zum Beispiel die Veränderung der Lichtverhältnisse während der Verhaltensversuche sollen noch umgesetzt werden, bis das Produkt letztlich zur Marktreife kommt. Für die längerfristige Zukunftsperspektive arbeitet Herr Benkner bereits daran, weitere Produkte im Bereich der Verhaltensbeobachtung und –analyse zu entwickeln.

 

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Florian Karlewski: Linienbreiten-Analysator: Linienbreitenanalyse von Lasern mit optischen Resonatoren

Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Instruments zur Untersuchung der spektralen Eigenschaften von Lasern. Das zentrale Element ist ein optischer Resonator, mit dem sich insbesondere die spektralen Eigenschaften schmalbandiger Laserquellen zeitlich aufgelöst bestimmen lassen. Diese Anforderung ist für die Entwicklung neuer laserbasierter Sensoren sowie im Bereich der Quantentechnologien ausschlaggebend. Am Ende der Innovation Grant-Förderung soll ein kompaktes Labormuster als Demonstrator fertiggestellt sein. Bis dahin werden noch weitere Optimierungen bezüglich der Robustheit gegenüber akustischen Störungen durchgeführt. Des Weiteren möchte Herr Karlewski einen weiteren Prototypen erstellen, welcher auf der Basis von Faser-Resonatoren funktioniert. Mit der Kombination aus Freistrahl- und faserbasierten Analysatoren kann der breite Bedarf der Industrie an der Analyse und Stabilisierung von Freistrahl- und Faserlasern abgedeckt werden.

 

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Julia Maier: Krankheitsnahe zelluläre Testsysteme zur Identifizierung von Modulatoren der Tumormetastasierung -  EMTSCREEN

Das Projekt konzentriert sich auf Tumorerkrankungen der Lunge, speziell auf das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom. Dieses macht mit rund 85% die Mehrheit aller Lungenkrebserkrankungen aus. Die Metastasen, die von diesen Tumoren ausgehen, können in fast allen Körperregionen auftreten, vor allem aber in Lymphknoten, im Gehirn, in den Knochen und in der Leber. Die Identifikation von Wirkstoffen mit anti-metastatischem Effekt ist für die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien von Krebserkrankungen besonders interessant. Ein zellulärer Schlüsselprozess der Metastasierung von Tumoren aus epithelialem Primärgewebe ist die Epithelial-Mesenchymale Transition (EMT). Auf der Basis ihrer Doktorarbeit ist es Frau Maier gelungen, intrazellulär-fluoreszierende Biosensoren zu entwickeln (Chromobodies), die zum Nachweis von EMT in Tumormodelle des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms integriert wurden. Basierend auf diesen Chromobody-Zellinien werden 2D- und 3D- Modelle entwickelt, die aufgrund ihrer phänotypischen Nähe zum Tumor verbesserte Aussagen in der Wirkstofffindung zulassen. Zur finalen Entwicklung der Zellmodelle für pharmazeutische Screening-Kampagnen und einer damit verbundenen Option zu Kommerzialisierung werden im Laufe der Innovation Grant-Förderung weitere umfangreiche Validierungs- und Proof of Concept-Studien durchgeführt.

 

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Fabian Vogt: Validierung eines  optimierten bispezifischen PSMA x CD3 Antikörpers zur Krebsbehandlung

Bispezifische Antikörper besitzen die besondere Eigenschaft, sich mit einem „Zielteil“ gegen tumorassoziierte Antigene  zu richten, und zugleich mit einem „Effektorteil“ einen bestimmten Rezeptor zu stimulieren, um diese Zellen (T-Zellen) dann erfolgreich gegen einen Tumor zu aktivieren. Allerdings können diese Antikörper erhebliche Nebenwirkungen verursachen, die die Verabreichung optimaler Dosen verhindern. Zusammen mit dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung ist es Herrn Vogt und seinem Team in Vorarbeiten gelungen, einen bispezifischen Antikörper zu entwickeln, der in wesentlichen Merkmalen optimiert worden ist. Der neu generierte proprietäre Zielantikörper gegen Prostata-spezifische Membranantigene bindet an Prostata- und Plattenepithelkarzinome sowie an tumorassoziierte Blutgefäße. Durch die Innovation Grant-Förderung werden notwendige Begleituntersuchungen finanziert, um die Weiterentwicklung des Antikörpers bis zur klinischen Anwendung vorantreiben zu können.

 

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Innovation Grants

IG3

Die nächste Ausschreibungsrunde der Innovation Grants endet am 30.09.2017.

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CCA-BW

Wortmarke CCA BW v7 horizontal

An der Universität Tübingen entsteht ein neues Kompetenzzentrum im Bereich „Materialwissenschaftliche Archäometrie“, das zusammen von dem Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg, der Firma Helmut Fischer GmbH in Sindelfingen und der Exzellenzinitiative der Universität Tübingen gefördert wird.

 

 

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