Wirtschaftskoordination

Innovation Grants

Die nächste Ausschreibungsrunde der Innovation Grants endet am 31.08.2018.

Die Innovation Grant Ausschreibung ist ein personenbezogenes Förderprogramm der Exzellenzinitiative der Universität Tübingen. Es wird an junge Nachwuchsforscherinnen und - forscher in den Natur- und Lebenswissenschaften sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften vergeben. Diese erhalten die Möglichkeit, ihre in der Doktorarbeit gewonnenen Erkenntnisse in verwertbare Verfahren, Dienstleistungen oder Produkte umzusetzen.

Förderbare Projekte müssen in Aussicht stellen, dass die Ergebnisse wirtschaftlich verwertbar sind oder durch diese Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen etabliert werden können.

Die Kriterien für die Vergabe sind wissenschaftliche Qualität in Hinsicht auf Relevanz, Originalität und Aktualität der zugrundeliegenden Arbeit. Des Weiteren zählt der wissenschaftliche Background der Kandidaten, der Innovationsgehalt des Antrags und dessen wirtschaftliche Attraktivität und Durchführbarkeit.

Eine Bewerbung ist 2x im Jahr möglich (Deadline 28.02. und 31.08.).

Erfahren Sie mehr: Innovation Grants (Lebens- und Naturwissenschaften) oder (Geistes- und Sozialwissenschaften)

 

Eine Übersicht über die zur Zeit geförderten Innovation Grant Projekte finden Sie hier:

Thomas Christian Kübler:  Methoden zum automatisierten Vergleich visueller Suchpfade in Realszenarien

Rosi Bissinger:  Hemmung des suizidalen Erythrozytentodes - eine neue Strategie zur Behandlung von Anämie

Abhishek Thavamani:  Substanzentwicklung zur Behandlung von Leberkrebs - Eingriff in den mitochondrialen Metabolismus

Shahram Eivazi:  Berührungsfreies Operationsmikroskop: Von der okular- zur erweiterten realitätsbasierten Mikroskopie

Klaus Brilisauer:  Ein neuer, cyanobakterieller Wirkstoff mit potentieller antimikrobieller und herbizider Wirkung

Eva Maria Brauchle:  Entwicklung einer Raman Spektroskop-basierten Plattform für die medizinische Diagnostik an Körperflüssigkeiten

Nadine Schilling:  Strukturoptimierung und gesteigerte Wirkung des neuen Antibiotikums Lugdunin für den klinischen Einsatz bei Infektionen mit gram-positiven Problemkeimen

Maximillian Priester-Lasch:  Interchange - Intercultural Change Management

Fabian Schrodt:  Kognitive Spielcharaktere und starke KI in Spielen

 

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Thomas Christian Kübler: Methoden zum automatisierten Vergleich visueller Suchpfade in Realszenarien

Das wirtschaftliche Interesse an der Technologie zur Aufzeichnung von Blickbewegungen, dem sogenannten Eye-Tracking, ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Die Arbeitsgruppe Perception Engeneering um Juniorprofessorin Enkelejda Kasneci am Lehrstuhl für Technische Informatik hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, die ursprünglich für Laborbedingungen entwickelte Technologie auch für Alltagsanwendungen robust zu machen. Herr Kübler hat fortgeschrittene Methoden zur automatischen Analyse und zum Vergleich von Augenbewegungsmustern in Realszenarien erforscht und implementiert. Dabei werden sequenzbasierte Merkmale verwendet, die die wichtigste Eigenschaft des Blickverhaltens sowie die zeitliche Frequenz abbilden können. Die Methode ist dadurch deutlich sensitiver und gleichzeitig resistenter gegenüber Messungenauigkeiten. In einer Kooperation mit der Daimler AG wurde die Methode zur Erkennung der Nebentätigkeit, die der Fahrer ausübt, eingesetzt und es konnte nachgewiesen werden, dass die Erkennung einer bestimmten Nebentätigkeit bei autonomer Autofahrt schon anhand einer nur fünf Sekunden langen Augenbewegungssequenz mit hoher Genauigkeit möglich ist. Prinzipiell sind diese Methoden dazu geeignet eine Vielzahl weiterer interessanter Parameter, wie z.B. das Blickverhalten beim Betrachten von Kunstwerken, aber auch von Chirurgen während mikroinvasiver Operationen, aus den Eye-Tracking Daten abzuleiten. Weitere mögliche Anwendungen sind die Einschätzung der Fahrtüchtigkeit eines Fahrzeugführers, die Auswirkung von Marketingtechniken und Design von Werbemitteln und vieles mehr. Im Rahmen der Innovation Grant-Förderung sollen diese Methoden angepasst und zur Marktreife weiter entwickelt werden, um die automatisierte Analyse von Blickpfaden als Dienstleistung anbieten zu können. 
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Rosi Bissinger: Hemmung des suizidalen Erythrozytentodes - eine neue Strategie zur Behandlung von Anämie

Anämie kann durch verschiedenste Ursachen bedingt werden. Die Folgen sind eine erhebliche Einschränkung der Sauerstoffversorgung der Gewebe und damit die schwerwiegende Minderung von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Als ein Ergebnis der Forschung am Physiologischen Institut der Universität Tübingen konnte in Vorarbeiten gezeigt werden, dass die Anämie bei Niereninsuffizienz etwa zur Hälfte die Folge eines gesteigerten suizidalen Erythrozytentodes ist, der sogenannten Eryptose. Aufgrund der gesteigerten Eryptose ist bei der Niereninsuffizienz trotz einer Zufuhr von Erythropoetin keine Normalisierung der Erythrozytenzahl in Blut erreichbar. Frau Bissinger konnte während ihrer Doktorarbeit Nahrungsergänzungsmittel identifizieren, welche die Niereninsuffizienz-bedingte Eryptose mindern bzw. verhindern können. Somit besteht die Möglichkeit, dass die Verabreichung dieser Substanzen auch Anämien reduzieren oder sogar verhindern, die durch hohes Alter, Sepsis, Herzinsuffizienz oder Sichelzellenanämie bedingt sind. Die von Frau Bissinger identifizierten Substanzen sollen im Rahmen der Innovation Grant-Förderung auf Wirksamkeit getestet und für eine klinische Studie vorbereitet werden.
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Abhishek Thavamani: Substanzentwicklung zur Behandlung von Leberkrebs - Eingriff in den mitochondrialen Metabolismus

Tumorerkrankungen der Leber gehören zu den häufigsten humanen Krebserkrankungen mit letalem Verlauf. Gleichzeitig sind die derzeitig verfügbaren medikamentösen Therapieoptionen sehr limitiert und erlauben nur eine eingeschränkte Verlängerung der Überlebenschancen. Entsprechend hoch ist das Interesse an neuen Targets und Wirksubstanzen. Eine ganz neuartige Entwicklung der Arzneimittelforschung ist es, den Metabolismus von Tumorzellen als Zielsystem für die pharmakologische Intervention anzugreifen. Herr Thavamani hat die Aktivierung des mitochondrialen C1-Metabolimus als Charakteristikum von Tumorzellen der Leber identifiziert. Dies eröffnet die Nutzung ausgewählter Enzyme des mitochondrialen C1-Metabolismus als neuartige onkologische Zielstruktur für einen neuen Therapieansatz. Herrn Thavamani ist es im Rahmen seiner Doktorarbeit gelungen, Zelllinien aus Lebertumoren zu entwickeln, deren Progression über eine Rekombinase, ähnlich einem An/Aus-Schalter, gezielt gesteuert werden kann. Diese können nun als Modell zum Testen von Substanzen eingesetzt werden. Im Laufe der Innovation Grant-Förderung sollen mit Hilfe von computergestützter Modellierung niedermolekulare Substanzen identifiziert werden, welche in die Enzymfunktionen dieses Stoffwechselweges sowie in das Zellwachstum der Leberzellkarzinome eingreifen können. Die so gefundenen Substanzen sollen optimiert, getestet und für klinische Studien vorbereitet werden.
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Eivazi

Shahram Eivazi: Berührungsfreies Operationsmikroskop: Von der okular- zur erweiterten realitätsbasierten Mikroskopie

In der Mikrochirurgie verwenden Chirurgen für den Eingriff mit miniaturisierten Instrumenten vergrößerte Bildausschnitte, um sehr kleine Strukturen, wie z.B. ein Gefäß, unter einem chirurgischen Mikroskop operieren zu können. Bei den aktuellen Mikroskopen besteht das Problem, dass zum Zoomen, Fokussieren und Verändern des Bildausschnittes die Hände benötigt werden. Das Fehlen einer automatischen Methode zum Einstellen des Operationsmikroskops ist ein großes Problem, das während des chirurgischen Eingriffs Unterbrechungen verursacht und zu Fehlern, Verzögerungen, unerwünschten Situationen und potenziellen Komplikationen führen kann. In diesem Projekt ist es geplant, einen 3D-Video-Streamer zu bauen, um ein hochaufgelöstes Live-Video zu produzieren. Dieses Video wird dann in einen 3D-Bildschirm integriert, der  z.B. ein beliebiger Teil der weit verbreiteten VR- und AR-Gläser sein kann. Eine Kopf- und Augenverfolgungs-Hardware innerhalb der VR-Gläser soll verwendet werden, um die Kopfposition des Chirurgen und seine Blickrichtung verfolgen zu können. Als nächstes wird eine intelligente Schnittstelle aufgebaut, um durch die Positionssignale von Kopf und Auge ein motorisiertes optisches System steuerbar zu machen.
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Brilisauer

Klaus Brilisauer:  Ein neuer, cyanobakterieller Wirkstoff mit potentieller antimikrobieller und herbizider Wirkung

Die Shikimatbiosynthese stellt für Pflanzen und viele Mikroorganismen einen essentiellen Stoffwechselweg für die Synthese vieler aromatischer Verbindungen dar. Da dieser Stoffwechselweg bei Mensch und Tier nicht vorhanden ist, stellen dessen Enzyme attraktive Ziele für die Entwicklung neuer, selektiver antimikrobieller und herbizider Wirkstoffe dar. Der entdeckte, cyanobakterielle Metabolit wirkt als selektiver Inhibitor der Shikimatbiosynthese. Die in der Arbeitsgruppe neu etablierte chemoenzymatische Synthese ermöglicht eine schnelle und einfache Produktion der Substanz. Im Rahmen des Innovation Grants soll das wirtschaftliche Potential des Wirkstoffs für eine optimale Vermarktung aufgeklärt werden. Hierfür sollen in Universitäts- und Firmenkooperationen die antimikrobiellem, antifungalen und herbiziden Eigenschaften der Substanz untersucht werden.
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Brauchle

Eva Maria Brauchle: Entwicklung einer Raman Spektroskop-basierten Plattform für die medizinische Diagnostik an Körperflüssigkeiten

Die Entnahme von Blut und die Bestimmung von Blutwerten gehört zur Routinekontrolle bei medizinischen Untersuchungen. Bei soliden Tumoren, wie dem Mammakarzinom, sind Blutanalysen häufig nicht aussagekräftig genug um eine Diagnose zu stellen. Hier werden hauptsächlich Mammographie-Screenings und Biopsie-Entnahmen eingesetzt. Neue Methoden, die schnell und kostengünstig, basierend auf einer Blutprobe Erkrankungen detektieren können, sind für die medizinische Diagnostik von großem Interesse. Raman Spektroskopie ist ein Verfahren mit dem berührungsfrei die molekulare Zusammensetzung von Flüssigkeiten und Feststoffen bestimmt werden kann. Die Methode erfordert keine teuren Reagenzien, ist an kleinsten Probenmengen durchführbar und die Resultate sind innerhalb weniger Minuten auslesbar. Mit Hilfe der Innovation Grant Förderung soll ein Konzept für eine Raman Spektroskopie-basierte Analyse-Plattform erarbeitet werden, die es ermöglicht Körperflüssigkeiten zu analysieren. Dazu sollen zunächst ein für Screening-Verfahren geeignetes effizientes Probenformat entwickelt werden. Zudem müssen kritische Mess- und Probenparameter identifiziert werden. Die klinische Relevanz der Technik soll untermauert werden, indem Blutseren von Kontrollpatientinnen und Mammakarzinom-Patientinnen, mit der Methode untersucht werden. Die Blutseren werden aus einer Biobank der Universitätsfrauenklink, Tübingen für das Projekt zur Verfügung gestellt.  
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Bild Schilling

Nadine Schilling:  Strukturoptimierung und gesteigerte Wirkung des neuen Antibiotikums Lugdunin für den klinischen Einsatz bei Infektionen mit gram-positiven Problemkeimen

Pathogene Bakterien stellen eine zunehmende Bedrohung für die Gesundheit des Menschen dar, da viele der gängigen Antibiotika aufgrund von Resistenzbildung keine Wirksamkeit mehr bei der Bekämpfung von Infektionen zeigen. Die Nachfrage nach neuen antibiotischen Strukturen ist daher enorm. 2016 wurde die Entdeckung von Lugdunin publiziert, welches antimikrobielle Aktivität gegen zahlreiche gram-positive Bakterien, darunter auch den multiresistenten „Krankenhauskeim“ Staphylococcus aureus (MRSA), aufweist. In ersten Mausmodellen zeigte Lugdunin eine vielversprechende Wirkung, zudem konnte in bisherigen Experimenten keine Tendenz zur Resistenzbildung festgestellt werden. Im Rahmen des Innovation Grants soll das wirtschaftliche Potential von Lugdunin als neue Leitstruktur für Antibiotika aufgeklärt werden. Dafür werden Lugdunin und ein aktiveres synthetisches Derivat in ausführlichen Studien in Kooperation mit der Mikrobiologie, der Universitätsklinik und externen Firmen geprüft. Die dabei erhobenen Daten sollen die Basis für den klinischen Einsatz von Lugdunin als Antibiotikum schaffen. 
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Maximillian Priester-Lasch: Interchange - Intercultural Change Management

Der indische Markt wird für deutsche Unternehmen immer interessanter. Seit Beginn der Länderpartnerschaft 2015 intensivierten Baden-Württemberg und der wirtschaftlich bedeutendste indische Bundesstaat Maharashtra ihre Kooperationen. Allerdings scheitert ein Großteil der deutsch-indischen Gemeinschaftsunternehmen innerhalb der ersten drei Jahre. Meist sind dafür weiche Faktoren verantwortlich, wie informelle Hierarchien, Sprachbarrieren oder organisationskulturelle Unterschiede. An diesem Punkt setzte bereits das Dissertationsprojekt von Herrn Priester-Lasch an. Er untersuchte dabei die organisations-kulturelle Integration mehrere Geschäftseinheiten eines deutschen Unternehmens an einem indischen Standort. Aus der mehrjährigen Begleitung des Projekts ergaben sich umfang-reiche Desiderate für die Umsetzung von interkulturellem Change Management bei der deutsch-indischen Zusammenarbeit. Das Dissertationsprojekt entstand im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 923 „Bedrohte Ordnungen“ und am Lehrstuhl von Prof. Dr. Gabriele Alex in der Abteilung für Ethnologie, Asien-Orient-Institut. Innerhalb der Innovation Grant-Förderung entwickelt das Projekt in Kooperation mit der MTO GmbH, und der Deutsch Indischen Gesellschaft, Zweiggesellschaft Stuttgart e.V., ein Beratungskonzept für international ausgerichtete Unternehmen, die ein Joint Venture mit einem Geschäft in Indien eingehen, eine Niederlassung in Indien etablieren oder Veränderungen in einer bereits bestehenden Zweigstelle auf dem Subkontinent planen. Das Beratungskonzept soll dabei deutsche Unternehmen unterstützen, etwaige organisations-kulturelle Konflikte zu identifizieren und auf diese durch entsprechende Maßnahmen zu reagieren bzw. Konflikten vorzubeugen.
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Fabian Schrodt: Kognitive Spielcharaktere und starke KI in Spielen

Forschungen an künstlicher Intelligenz führten in den letzten Jahren zu bahnbrechenden Erfolgen, und viele dieser Erfolge ebneten den Weg für neue Produkte auf neuen Absatzmärkten. Dies gelang nicht zuletzt dadurch, dass man sich an der Kognition intelligenter Lebewesen orientierte und so zu generelleren Lernalgorithmen gelangte, die auf verschiedenste Probleme angewendet werden konnten. Das intelligente und selbst das fehlerhafte Verhalten von Computerspielcharakteren ist im Gegensatz dazu jedoch noch immer überwiegend regelbasiert, statisch und spezialisiert, und das Resultat aufwändig programmierter Skripte. Dieses durch den Innovation Grant geförderte Projekt verfolgt das Ziel, Spielcharaktere mit einer kognitiv plausiblen, flexiblen und lernfähigen Psyche auszustatten. Es strebt an eine zeitgemäße und innovative KI-Architektur für den Spielemarkt zu entwickeln und damit ein neues Spielkonzept zu etablieren. Herr Schrodt hat mit seinen Forschungen zu neurocomputationalen Grundlagen sozialer Intelligenz, sowie der Einbettung einer kognitiven Architektur in einen Super Mario Klon die Grundlagen für dieses Projekt gelegt, in welchem ein kommerzielles Spiel für mobile Endgeräte als Machbarkeitsnachweis entwickelt wird.
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Wissenschaftsreport

Bro1

Der erste Wissenschaftsreport der Universität Tübingen ist fertiggestellt und kann als PDF heruntergeladen werden.

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Innovation Grants

IG3

Die nächste Ausschreibungsrunde der Innovation Grants endet am 31.08.2018.

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CCA-BW

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An der Universität Tübingen entsteht ein neues Kompetenzzentrum im Bereich „Materialwissenschaftliche Archäometrie“, das zusammen von dem Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg, der Firma Helmut Fischer GmbH in Sindelfingen und der Exzellenzinitiative der Universität Tübingen gefördert wird.

 

 

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