Aktuelle Projekte

Wirtschaftskoordination Innovation Grants Aktuelle Projekte
Eva Brauchle / Universität Tübingen

Aktuelle Projekte

Die nächste Ausschreibungsrunde der Innovation Grants endet am 31.08.2021.

Die Innovation Grant Ausschreibung ist ein personenbezogenes Förderprogramm der Exzellenzinitiative der Universität Tübingen. Es wird an junge Nachwuchsforscherinnen und -forscher in den Natur- und Lebenswissenschaften sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften vergeben. Diese erhalten die Möglichkeit, ihre in der Doktorarbeit gewonnenen Erkenntnisse in verwertbare Verfahren, Dienstleistungen oder Produkte umzusetzen.

Förderbare Anträge müssen in Aussicht stellen, dass die Ergebnisse wirtschaftlich verwertbar sind oder durch diese Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen etabliert werden können.

Die Kriterien für die Vergabe sind der Innovationsgehalt des Antrags und dessen wirtschaftliche Attraktivität und Durchführbarkeit. Des Weiteren zählt der wissenschaftliche Hintergrund der Kandidaten und die wissenschaftliche Qualität in Hinsicht auf Relevanz, Originalität sowie die Aktualität der zugrundeliegenden Arbeit.

Eine Bewerbung ist 2x im Jahr möglich (Einreichungsfrist 28.02. und 31.08.).

Erfahren Sie mehr: Innovation Grants (Lebens- und Naturwissenschaften) oder (Geistes- und Sozialwissenschaften)

Meike Hecker: Polizeivertrauen in der Praxis

Fairness und Respekt im persönlichen Kontakt steigern das Vertrauen in die Polizei und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. International ist diese These der Procedural Justice Theory bereits vielfach empirisch belegt worden. Auch in Ihrem Promotionsprojekt hat Frau Hecker bereits belegen können: Bürgerinnen und Bürger reagieren sensibel auf den persönlichen Umgang im Polizeikontakt. Eine faire und respektvolle Behandlung kann sich sowohl auf die kurzfristige Interaktion mit der Polizei als auch auf langfristige Einstellungen zur Polizei positiv auswirken. Im Rahmen des Innovation Grants sollen Schulungsmaterialien entwickelt und gemeinsam mit der Deutschen Hochschule der Polizei erprobt werden, die für das Thema Fairness in der Polizeiarbeit sensibilisieren.

Lörinc Sárkány:  Mehrfachlaser Frequenz-Steuerungssysteme für quantentechnologische Plattformen

Die aktuell rasante Entwicklung der Quantentechnologien ist ein Ergebnis des fokussierten, aufgabenorientierten Transfers von wissenschaftlichen Ergebnissen und experimentellen Erfahrungen in potentielle Anwendungen mit Alltagsrelevanz. Insbesondere im Bereich der Messtechnik, Kommunikation und Computing können bislang ungenutzte physikalische Prinzipien wie die Quantenüberlagerung und die Verschränkung die Leistungsfähigkeit weit über die von klassischen Grenzen hinaus erhöhen. Die große Herausforderung dabei ist die Entwicklung von Hardware-Komponenten und Plattformen für die praktische Anwendbarkeit der Quantenkonzepte. Der Wettbewerb um kompakte und preisgünstige Instrumente für die simultane Steuerung von mehreren Lasern bei höchster Qualität hat bereits in der heutigen Entwicklungsphase der Quantentechnologie begonnen. Das Ziel dieses Innovationsvorhabens ist der Transfer unserer wissenschaftlich-technischen Konzepte und unseres experimentellen Know-hows im Bereich der simultanen Laserfrequenzregelung auf quantentechnologisch nutzbare Komponenten. Die für die quantentechnologischen Plattformen erforderlichen absoluten Genauigkeiten und  Stabilitäten von Laserfrequenzen im MHz bis kHz-Bereich sollen erreicht und dafür integrierbare, kommerziell nutzbare Instrumente entwickelt werden. Mit Hilfe des Innovation Grants soll eine erfolgreiche Bewerbung im Rahmen der BMBF-Ausschreibung „Enabeling Start-up – Unternehmensgründungen in den Quantentechnologien und der Photonik“, und damit die Gründung eines neuen Unternehmens, vorbereitet werden.

Nadine Schilling:  Strukturoptimierung und gesteigerte Wirkung des neuen Antibiotikums Lugdunin für den klinischen Einsatz bei Infektionen mit gram-positiven Problemkeimen

Pathogene Bakterien stellen eine zunehmende Bedrohung für die Gesundheit des Menschen dar, da viele der gängigen Antibiotika aufgrund von Resistenzbildung keine Wirksamkeit mehr bei der Bekämpfung von Infektionen zeigen. Die Nachfrage nach neuen antibiotischen Strukturen ist daher enorm. 2016 wurde die Entdeckung von Lugdunin publiziert, welches antimikrobielle Aktivität gegen zahlreiche gram-positive Bakterien, darunter auch den multiresistenten „Krankenhauskeim“ Staphylococcus aureus (MRSA), aufweist. In ersten Mausmodellen zeigte Lugdunin eine vielversprechende Wirkung, zudem konnte in bisherigen Experimenten keine Tendenz zur Resistenzbildung festgestellt werden. Im Rahmen des Innovation Grants soll das wirtschaftliche Potential von Lugdunin als neue Leitstruktur für Antibiotika aufgeklärt werden. Dafür werden Lugdunin und ein aktiveres synthetisches Derivat in ausführlichen Studien in Kooperation mit der Mikrobiologie, der Universitätsklinik und externen Firmen geprüft. Die dabei erhobenen Daten sollen die Basis für den klinischen Einsatz von Lugdunin als Antibiotikum schaffen.

Simon Drescher: Disruptive Rhetorik - Strategische Innovationsförderung in Unternehmen

Permanenter Innovationsdruck erzeugt die Notwendigkeit für Unternehmen, ihr Business Development mit effizienten und agilen Prozessen auszurüsten. Innovation Labs und Think Tanks, aber auch die kontinuierlichen Verbesserungsprozesse müssen daher über Methoden verfügen, bisherige Strukturen, Produkte und Projektorganisationen strategisch sinnvoll zu hinterfragen und damit ihr Entwicklungspotential zu vergrößern. Vorgänge dieser Art sind kommunikativ hoch komplex, da es um den Abbau alter Vorstellungen und eingefahrener Denkmuster geht, die sich in festen Narrativen etabliert haben. Der operationalisierte Zweifel muss stets produktiv bleiben, um wieder zu neuen Überzeugungen und Entscheidungen zu führen. Daher setzt dieser Kommunikationsprozess eine hohe Kompetenz der Disruptive Rhetoric voraus, also strategischer kommunikativer Verfahren des Hinterfragens und neuer Entscheidungsbildung. In diesem Projekt soll ein Disruptive Rhetoric Framework für Innovationsprozesse in Unternehmen entstehen. Dieses ermöglicht produktive Zweifelskommunikation und anschließende Entscheidungsgewinnung in Innovationsprozessen. Auf diese Weise werden rhetorische Verfahren zu innovationsfördernder Reflexion und anschließender Kreativität nutzbar gemacht und durch eine Kommunikations-Prozesslandschaft als Werkzeug für Prozessmanager verfügbar.