Ehemalige Projekte

Wirtschaftskoordination Innovation Grants Ehemalige Projekte
Jochen Hirsch / Universität Tübingen

Entwicklung eines stratigraphischen Vorhersagemodells von der Quelle bis zur Senke

Dr. Nevena Tomasevic

Die hohe Nachfrage nach Rohstoffen drängt Unternehmen, ihre Explorationsvorhaben in schwer zugängliche und kostenintensive Regionen wie die Tiefsee oder vereiste Gebiete auszudehnen. Gleichzeitig zwingt der Preisverfall von Ressourcen insbesondere Unternehmen der Öl- und Gasbranche dazu, ihre Kosten und finanziellen Risiken zu minimieren. Im Rahmen des Innovation Grant Projektes hat Frau Tomasevic ein Framework entwickelt, mit dem realistische Vorhersagen über die Verteilung von Sedimentgesteinen in sogenannten „Becken“ getroffen werden können. In dieses Framework fließen spezifische Kenntnisse, etwa über Sedimenterosion, -transport und -ablagerungen von der Quelle zur Senke mit ein. Diese Entwicklung wird zur Eingrenzung der Suche nach Kohlenwasserstoff führenden Schichten hilfreich sein. Nach einem Jahr wurde das Projekt vorzeitig beendet, da Frau Tomasevic einen Ruf an das KIT bekommen hat. Sie wird diese Arbeiten als Hauptfokus Ihrer zukünftigen Arbeitsgruppe weiterverfolgen.

Polizeiliches Risikoscreening junger Straftäter

Dr. Barbara Bergmann

Das Projekt „Polizeiliches Risikoscreening junger Straf- und Intensivtäter“ hatte zum Ziel, ein Verfahren zu entwickeln, welches Polizeibeamte bei der Einschätzung des Kriminalitätsrisikos junger straffällig gewordenen Menschen unterstützen soll. Mithilfe einer Art „Screeningbogen“ empirisch belegter Risiko- und Schutzfaktoren für delinquentes Verhalten, sollte den Polizeibeamten eine hilfreiche Struktur an die Hand gegeben werden, mit der sie erstmalig ein umfassendes und ausgewogenes Bild des jungen Menschen, seiner Persönlichkeit und seines Lebenshintergrundes gewinnen konnten. Die auf dem Screeningbogen basierte Risikoeinschätzung kann die Grundlage für weitere Entscheidungen und Empfehlungen der Polizeibeamten bilden und im weiteren Verlauf des Jugendstrafverfahrens und des damit zusammenhängenden Risikomanagements auch der der Staatsanwaltschaft und der Jugendhilfe zugutekommen. Das Projekt wurde in Kooperation mit Landeskriminalämtern mehrerer Bundesländer und durchgeführt und von Vertretern der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ) unterstützt. Über die im Projekt gesteckten Transferziele hinaus konnte sich Frau Bergmann erfolgreich auf eine Stelle bei einem Landeskriminalamt bewerben, wofür die enge Zusammenarbeit mit der Polizeilichen Praxis sehr hilftreich war.

Framework für die automatisierte Annotation von Traningsdatensätzen für Computer Vision Algorithmen und Erstellung trainierter Modelle

Dr. Wolfgang Fuhl

Algorithmen der künstlichen Intelligenz finden inzwischen unzählige Anwendungen, insbesondere im Bereich der automatisierten Bildanalyse. Als Grundlage zum Training sog. Deep-Learning-Verfahren (tiefe neuronale Netze) dienen annotierte Daten, zu deren Erzeugung jedoch ein großer Aufwand betrieben werden muss. Dieser Prozess wird meistens manuell bewerkstelligt. In diesem Vorhaben wurde ein bereits im Rahmen der Promotion entwickelter Prototyp einer Annotationssoftware für die automatisierte Annotation von Strukturen in Bilddaten erweitert. Die Erweiterungen umfassen die automatisierte Detektion, Formbestimmung, Klassifikation, Werteregression und Segmentierung. In allen Anwendungsfeldern werden die Modelle selbständig vom Framework optimiert. Abschließend kann das Framework auch automatisiert echtzeitfähige Detektoren generieren, welche in beliebiger Software integriert werden können.

Durch die gute Zusammenarbeit im Rahmen einer Industriekooperation wird nun eine Industriepromotion gefördert und es wird mehrere Folgeprojekte geben. Außerdem konnten der Forschungsgemeinschaft durch zahlreiche Publikationen große Datensätze zur Verfügung gestellt werden.

Validierung von Strategien zur therapeutischen Neutralisation von RANKL in Tumorpatienten

Dr. Stefanie Maurer

Metastasierte Tumore gehören zu den größten klinischen Herausforderungen und sind meist nicht kurativ behandelbar, was u.a. durch die Entstehung von Resistenzen gegen vorhandene (Chemo-)Therapien begründet ist. Die Zulassung neuer onkologischer Präparate ist rückläufig, da die Entwicklungsprozesse kostenaufwändig und risikoreich sind.  Receptor Activator of Nuclear Factor κB und sein Ligand (RANK/RANKL), welche im Mittelpunkt des Vorhabens stehen, sind vorrangig hinsichtlich ihrer Rolle im Knochenstoffwechsel bekannt. RANKL vermittelt dabei Knochenabbau, und mittlerweile ist ein RANKL-neutralisierender Antikörper (Denosumab) zur Behandlung benigner und maligner Osteolysen zugelassen. Blutplättchen exprimieren nach Aktivierung RANKL (platelet-derived, pRANKL) auf ihrer Oberfläche, was zu einer Stimulation des Rezeptors RANK führt, der von Tumorzellen exprimiert wird, und Metastasierung und Chemotherapie-Resistenz von Tumorzellen induziert. Durch Neutralisation von RANKL, beispielsweise mit Denosumab, können diese Effekte verhindert werden. Während der Projektlaufzeit konnte Frau Maurer Arbeiten zur Aufklärung der Bedeutung von RANKL durchführen, die zu zwei projektbezogenen Veröffentlichungen geführt haben. Mithilfe der erarbeiteten Datensätze werden weitere Untersuchungen angestrebt, die dazu führen könnten, für die Substanz Denosumab eine Indikationserweiterung zu beantragen. Frau Maurer hat ein DFG-Stipendium erhalten und hat das Projekt vorzeitig für einen Forschungsaufenthalt im Ausland beendet

Ausarbeitung der zielgerichteten RNA Editierung zur Vorbereitung der klinischen Verwertung

Dr. Jacqueline Wettengel (Bild alte Homepage?)

Die zielgerichtete RNA-Editierung gehört zu den neuen Technologien, die eine Reprogrammierung der genetischen Information auf RNA-Ebene ermöglichen. Ziel dieses Projektes war die Parameter zu definieren, welche eine zielgerichtete A-zu-I RNA-Editierung mittels chemisch modifizierten guideRNAs weiter optimiert. Optimale Eigenschaften der chemisch stabilisierten guideRNA sollten bestimmt werden um eine hohe Editierungseffizienz, - Potenz, Nuklease Stabilität und eine niedrige Toxizität und Immunogenität zu bewirken. Ein weiteres Ziel war es eine solide Datenlage für einen Tierversuchsantrag zu generieren, indem ein geeignetes endogenes Maustarget gefunden und effizient editiert wird, um zeigen zu können, dass sich murine ADARs ebenso effizient mit chemisch modifizierten guideRNAs rekrutieren lassen wie humane.

Aus den Ergebnissen der chemischen Modifikationsmuster und guide-RNA-Sequenzen wurde eine internationale Patentanmeldung zusammen mit dem Technologietransfer umgesetzt.